Der Ursprung meiner Karriere
Ob Studium, Hobby oder erster Job – die verschiedenen Stationen im Leben prägen nicht nur die Persönlichkeit eines Menschen, sondern auch seine Karriere. Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft berichten, wie sie wurden, was sie sind.

Karen
Heumann

Für mich ist Karriere eine mögliche Folgeerscheinung, nie das Ziel.
Karen Heumann Vorstandssprecherin der Werbeagentur thjnk
Freiheit
Meine Kindheit fand draußen und meist barfuß statt. Lieber mal in eine Scherbe treten als Schuhe tragen müssen. Ich hatte abenteuerlustige Eltern, die gerne in entlegene Gegenden fuhren. 1973 war es ein Flecken in Griechenland. Ich erinnere mich an die Freiheit, die ich spürte, wenn die Heimat hinter uns lag. Ich liebte Reisen und Bücher. Karriere war nie etwas, über das ich nachdachte. Mein Beruf sollte Berufung sein. Ich schwankte zwischen Archäologie, Zoologie und Journalismus.
Schönheit
Ich hatte mich 1985 schon in London am King’s College für Kunstgeschichte und Wirtschaft eingeschrieben. Doch vorher unternahm ich eine Reise in den Süden. Ich kam durch Aix-en-Provence und fuhr den Boulevard Cours Mirabeau hinunter. Schöner ging es nicht! Ich änderte meine Pläne und blieb. Am Ende wurden es acht Jahre in Südfrankreich. Nach meinem Abschluss in Wirtschaft gründete ich meine erste Werbeagentur. Mein Ziel war nie, nach oben zu streben, sondern Erfüllung zu finden.
Erfüllung
1994 kam ich zurück nach Deutschland. Seitdem habe ich Markenstrategien entworfen, seit 2003 auf Vorstandsebene, meist als Partner, bei Leagas Delaney und Jung von Matt, heute als Vorstand der Kommunikationsagentur thjnk. Wenn eine Strategie verfängt, der Erfolg eintritt, hat sich aller Einsatz gelohnt. Vor drei Jahren haben wir den ersten deutschen Global Effie gewonnen. Der Effie ist ein Wettbewerb, in dem neben Kreativität auch die Wirkung von Kampagnen prämiert wird – also exakt das, woran ich glaube.
Redaktion: Claudia Tödtmann
Fotos: PR, Privat
Gestaltung und Produktion: Marcel Stahn
Produziert mit Storyflow

Roland Berger

Am Anfang hatte ich nichts Großes im Sinn. Ich wollte nur genug Geld für ein bürgerliches Leben verdienen.
Roland Berger Gründer Roland Berger Strategy Consultants
Wäscherei
Schon während meines Studiums wollte ich auch praktisch arbeiten. Weil damals viele Frauen nicht mehr von Hand waschen wollten, sich aber kaum jemand eine Waschmaschine leisten konnte, eröffnete ich 1958 eine Wäscherei. Der Druck war groß, denn meine Mutter hatte hierfür einen Kredit über 35 000 D-Mark aufgenommen. Im Falle eines Scheiterns wäre meine Familie pleite gewesen. Also war ich gezwungen, erfolgreich zu sein.
Italien
Ich war immer neugierig auf andere Kulturen. Und so absolvierte ich ein Praktikum bei einer Bank in Rom, dort entstand dieses Foto. 1962 kehrte ich nach Italien zurück und stieg bei der Strategieberatung Pietro Gennaro Associati in Mailand ein. Mir gefiel es, mit Entscheidern im internationalen Kontext zu arbeiten. Auch deshalb trieb ich die Auslandsexpansion meiner eigenen Beratung später zügig voran.
Gründung
Das Wichtigste für Berater – neben Know-how, Kompetenz und Kreativität – sind persönliche Beziehungen, die auf Leistung und Integrität beruhen. Das begriff ich nach der Gründung meiner Beratung 1967 noch deutlicher. Mit Ende 20 musste ich Vorstandschefs überzeugen, meinem Rat zu vertrauen. Drei Dinge waren wichtig: inhaltlich perfekt vorbereitet sein, die Erwartungen der Auftraggeber übererfüllen und wissen, wie man mit hochrangigen Persönlichkeiten umgeht.
Redaktion: Kristin Schmidt
Fotos: Stefan Kröger für WirtschaftsWoche, Interfoto, Privat, Action Press
Gestaltung und Produktion: Marcel Stahn
Produziert mit Storyflow
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