Der Ursprung meiner Karriere
Ob Studium, Hobby oder erster Job – die verschiedenen Stationen im Leben prägen nicht nur die Persönlichkeit eines Menschen, sondern auch seine Karriere. Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft berichten, wie sie wurden, was sie sind.

Jochen
Zeitz

Sinn und Zweck eines vernünftigen
Wirtschaftens muss es sein, Business,
Menschen und die Natur miteinander
in Einklang zu bringen.
Jochen Zeitz
Exchef von Puma, Nachhaltigkeitsmissionar
Amerika
Mit 17 habe ich bei den Mannheim Redskins American Football gespielt; das nannte sich zwar Bundesliga, tatsächlich waren wir
blutige Amateure. Damals gab es dort eine große US-Armeebasis, entsprechend viele GIs waren im Team. Ich entwickelte deshalb früh
eine starke Affinität zu Amerika. Für meinen ersten Job ging ich zu Colgate-Palmolive nach New York. Mit gerade mal 24 Jahren.
Herzogenaurach
Zu Puma kam ich über einen Headhunter, eigentlich wollte ich im Marketing anfangen. Die Firma steckte in einer tiefen Krise, die Eigner setzten auf mich als neuen Vorstandschef. Ich wurde von vielen für verrückt erklärt, weil wir auf die Verbindung von Sport und Lifestyle gesetzt haben, auf Frauen als Zielgruppe – und auf Nachhaltigkeit. Alles Themen, die heute selbstverständlich sind.
Afrika
Die Themen, die ich bei Puma angestoßen habe, begleiten mich bis heute – etwa die Liebe zu Afrika. Dazu gehören neben verschiedenen
Aufsichtsratsmandaten etwa meine Farm und Stiftung in Kenia sowie das Kunstmuseum MoCAA in Kapstadt. Dazu habe ich zwei kleine Kinder – ich habe mein Leben heute so organisiert, dass ich möglichst viel mit meiner Familie zusammen sein kann.
Redaktion: Peter Steinkirchner
Fotos: Privat/Laif/CameraPress/Reuters Connect/PR
Gestaltung und Produktion: Marcel Stahn & Sara-Verena Adamsky

Willy
Bogner

Es kommt nicht so sehr darauf an, was einer macht, sondern wie er es macht.
Willy Bogner
Modeunternehmer
Familienmensch
Meine Eltern haben mich immer unterstützt. Wenn es die Zeit erlaubte, standen sie an den Skipisten und feuerten mich an. Umso mehr haben sie sich gefreut, als ich mich doch entschied, aktiv in das Familiengeschäft einzusteigen. Sie haben unser Unternehmen 1932 in einem kleinen Hinterhof in München gegründet und eine Weltmarke daraus gemacht.
Skifahrer
Seit ich denken kann, ist das Skifahren meine absolute Leidenschaft. Ein einschneidendes Erlebnis war für mich die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1960 in Squaw Valley. Obwohl ich in dem nervenaufreibenden Rennen nicht gewonnen habe, hat mich diese Erfahrung darin bestärkt, nicht aufzugeben, es immer wieder zu probieren, um die eigenen Träume und Ziele zu verwirklichen.
Kameramann
Für eine Stuntsequenz des 007 „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ bin ich 1969 beispielsweise mit 100 Stundenkilometern und einer 30 Kilogramm schweren Spezialkamera vor dem Bauch durch einen Eiskanal gefahren – ein einmaliges Erlebnis! Ich konnte meine Kenntnisse später auch in eigenen Produktionen umsetzen, wie dem legendären Sportfilm „Feuer und Eis“.
Redaktion: Claudia Tödtmann
Fotos: Privat/PR
Gestaltung und Produktion: Marcel Stahn & Sebastian Feltgen

Titus
Dittmann

Chancen sind wie eine Art Zeitfenster. Man muss durchspringen, solange es offen ist, sonst gibt es Scherben.
Titus Dittmann
Sport-Unternehmer
Chauffeur
1966 hatte ich sechs Wochen lang in einer Matratzenfabrik Federkerne ineinandergedreht, um mein erstes Auto zu finanzieren, einen gebrauchten Fiat. Um Sprit und Unterhalt zu bezahlen, nutzte ich mein Monopol im Internat: Ich war der Einzige mit Auto. Für zehn Pfennig pro Kilometer fuhr ich Mitschüler mit Freundin zur Eisdiele. So konnten sie Eindruck schinden und ich Geld verdienen.
Lehrer
Als angehender Lehrer sah ich zum ersten Mal Kinder auf Skateboards und wollte es ausprobieren. 1978 gründete ich eine Skateboard AG. Um die zu versorgen, flog ich in den Sommerferien in die USA und schmuggelte die ersten Skateboards für meine Schüler in der Dreckwäsche nach Deutschland. Daraus entstand ein Geschäft mit mehreren 100 Mitarbeitern und Millionenumsätzen.
Helfer
Wenn man wie ich 1968 Abi gemacht hat, hat man ein schlechtes Gewissen, sobald man viel Geld auf dem Konto hat. Das wollte ich nie. Deshalb habe ich das Geld immer rausgehauen – und investiert in die Szene. Die Gründung meiner Initiative skate-aid war also ein logischer Schritt. Wir nutzen die pädagogische Kraft des Skateboardens, wie hier 2011 an einer Schule in Afghanistan.
Redaktion: Jan Guldner
Fotos: Privat, PR
Gestaltung und Produktion: Marcel Stahn & Sebastian Feltgen
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